Grundsätzliches zum Verständnis der anthroposophischen Medizin

Die anthroposophische Medizin versteht sich als Erweiterung zur naturwissenschaftlichen Medizin. Sie hat als Grundlage die Meschen- und Naturerkenntnis der von Rudolf Steiner begründeten Anthroposophie.

Die anthroposophische Geisteswissenschaft begreift den Menschen nicht nur als einen physischen Leib mit einem druch den Körper bedingten und gesteuerten Bewusstsein, sondern als eine in sich differenzierte Einheit aus physischem Leib, Ätherleib, den Seelenkräften des sogenannten Astralleibes und dem Ich.
Mit seinem physischen Substanzen gehört der Mensch der mineralischen Welt an.
Der Ätherleib ist bei allen lebendigen Organismen für die Prozesse des Lebendigen, also Stoffwechsel, Wachstum, Fortpflanzung und Regeneration verantwortlich. Pflanzen, Tiere und der Mensch haben einen Ätherleib. Die Chinesen bezeichnen die Ätherkräfte als "Chi".
Der Astralleib umfasst die Seelenkräfte des Fühlens und Wollens. Tiere und Menschen haben einen Astralleib.
Durch das Ich, seinen geistigen Wesenskeim, unterscheidet sich der Mensch von allen übrigen Naturreichen. Der Mensch ist nicht nur ein beseeltes, sondern darüber hinaus ein mit individuellem Geist begabtes Wesen.

Nur im Gesamtzusammenhang dieser Wesensglieder des Menschen können Gesundheit, Krankheit und Therapie voll verständlich werden. Was man auf der physischen Ebene als gesunden oder kranken Prozess wahrnimmt, ist das Resultat einer Wechselwirkung von Physischem, Ätherischem und Seelisch-Geistigen.

In der anthroposophischen Medizin wird versucht, dem Menschen in dieser Ganzheit bis in einzelne therapeutische Maßnahmen gerecht zu werden. Dabei werden Heilmittel mit mineralischen, pflanzlichen und tierischen Substanzen eingesetzt. Große Bedeutung haben auch künstlerische Therapien, wie Malen, Plastizieren, Eurythmie und Sprachgestaltung, sowie eine besondere Methode der rhythmischen Massage.

 

Dr.med. Dorothea Schläpfer